Praxis-Tipps

Diese Liste wird von uns laufend erweitert.
Informationen zu den Praxis-Tipps bitte an info@lifescout.at mailen!

Durch den rasanten Anstieg der Corona-Infizierten steigt die Verunsicherung in den Haushalten. Was beschäftigt Eltern, deren Kinder jetzt zuhause sind? Die 10 drängendsten Fragen und Antworten rund um das Coronavirus lesen Sie hier.

https://www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/familienleben/coronavirus-10-fragen-10-antworten

Antwort:
Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg – der leider schon verstorben ist – ist eine Möglichkeit, Emotionalität zu reduzieren.

Mein Rezept „Bedürfnisse“
Alle Menschen verbinden mit ihren Emotionen auch Bedürfnisse. Daher wäre es wertvoll herauszufinden, welche Bedürfnisse die handelnden Personen haben und danach gemeinsam ein Konzept zu finden.

Wenn die Bedürfnisse geklärt sind – ist aber nicht immer einfach – sollte man unbedingt statt „Du-Sätze“, „Ich-Sätze“ verwenden; also „Mir wäre wichtig …“ oder „Ich würde mir wünschen …“. Dadurch befinden sich die Kommunikations-PartnerInnen auf Augenhöhe und können – vorausgesetzt, dass sie ihre Emotionen im Griff haben – Themen gut diskutieren und so Konflikte lösen.

Mein Beispiel:
Die Tochter, der Sohn, spielen aus Sicht der Eltern zu viel und zu lange Computerspiele. Das bedeutet, die Tür geht – wieder einmal – auf und der verbale Vorwurf „du spielst schon wieder, obwohl du lernen solltest …“, kommt leicht und vorwurfsvoll über die Lippen der Eltern und es folgt postwendend die – nicht zufriedenstellende Antwort – ich höre bald auf! Die Emotionen steigen auf beiden Seiten und irgendwann geht kommunikativ gar nichts mehr.

Daher mein Rezept: Stellen Sie sich zuerst selbst die Frage nach Ihrem Bedürfnis, ersuchen Sie auch um das Bedürfnis Ihrer Kinder, wenn die Situation schon sehr emotionalisiert ist, machen sie alle eine Pause und versuchen Sie dann wie oben beschrieben mit „Ich-Sätzen“ auf Augenhöhe zu diskutieren.

Mein Tipp zum Abschluss:
Für die Emotionen und dafür, dass sie nicht „entgleisen“, sind Sie als Erwachsener verantwortlich; wir nennen das „Generationengrenze“!

Günther Ebenschweiger

Drei Dachorganisationen der Fachleute für Jungen-, Männer- und Väterarbeit in Deutschland (Bundesforum Männer), Österreich (Dachverband Männerarbeit Österreich) und der Schweiz (männer.ch) veröffentlichten ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“.

Das Merkblatt formuliert Empfehlungen zum Selbstmanagement, damit Männer gewaltfrei durch die Krise kommen. Das Merkblatt liegt bereits in acht Sprachen vor. Weitere neun werden folgen (Serbokroatisch, Portugiesisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi / Dari, Tigrinya, Russisch und Tamilisch).

Diese Initiative zur Prävention häuslicher Gewalt wurde von männer.ch im Rahmen des nationalen Programms MenCare Schweiz angeregt.

https://www.maenner.ch/coronakrise-merkblatt/

Niemand die Emotion „wegnehmen“ ist der erste wichtige Schritt! Emotion ist etwas persönliches und in fast allen Fällen zu verstehen, was nicht automatisch heißt, dass die Situation auch zu akzeptieren ist.

Das bedeutet, Person und Verhalten ist zu trennen, was vielfach nicht passiert. Mit dem Verhalten – ob versteh-, tolerierbar oder nicht – wird sehr oft die Person kritisiert und damit erst der Grundstein für die hohe Emotionalität gelegt.

Mein Rezept „Reaktion ja, Aktion nein“
Für mich sind diese Situationen verständlich, d.h. ist reagiere und frage nach, ob ich das Gesagte auch richtig gehört habe. Gleichzeitig ersuche ich, mir z.B. die „Beleidigung“ zu erklären, damit ich das grundsätzlich verstehen kann und sage zugleich auch, dass ich das nicht tolerieren werde. Wichtig ist für mich, damit keinesfalls das Verhalten mit der Person zu vermischen, denn das wäre der erste Schritt jemandem die Emotion „wegzunehmen“ und die Emotionalität anzukurbeln.

Voraussetzung allerdings ist ein vertrauensvoller – und vertraulicher – sowie gewaltfreier Umgang in der Partnerschaft, in der Erziehung und auch zwischern ArbeitskollegInnen.

Also: Reaktion ja, aber sofortige Aktion nein. Ich meine damit, ich reagiere – ohne zugleich emotional zu werden, zu schimpfen, zu drohen, zu schreien – und – je nach Emotion und einer individuellen Pause – setze ich die Aktion mit der Antwort „verstehen bzw. akzeptieren“ fort.

Mein Tipp zum Abschluss:
Wenn es Kinder betrifft, macht es einen gewaltigen Unterschied, ob ich „straffrei“ oder „gewaltfrei“ erziehe, d.h. es ist entscheidend, welchen Erziehungsstil ich anwende!

Günther Ebenschweiger

Hier finden Sie aktuelle Empfehlungen zum Schauen, Spielen, Lernen oder Hören. Zwei Mal wöchentlich wählen unsere Mediencoaches Kristin Langer und Iren Schulz kindgerechte Angebote für Familien aus. Für alle Altersgruppen sind passende Filme, Sendungen, Apps, Websites und Ideen für Kreatives dabei.

https://www.schau-hin.info/tipps-regeln/aktuelle-medientipps-zu-hause-wegen-corona

Das Leben der Honigbiene: Wenn es wärmer wird, brummen sie wieder – die Bienen! In dieser App können Kinder mittels Virtual-Reality-Technik in einen Bienenstock eintauchen und die emsigen Bewohner beim Wabenbau, bei der Fütterung der Larven oder auch bei der Nahrungssuche beobachten.

Für Kinder ab 8 Jahren. Kostenlos; Betriebssystem: iOS & Android.
Bildquelle: Screenshot „Honigbiene VR“

https://www.klick-tipps.net/honigbiene/

 

“Inside of a ring or out, ain’t nothing wrong with going down. It’s staying down that’s wrong.”
Muhammad Ali

In schwierigen und chaotischen Zeiten neigen wir dazu uns deprimiert zu fühlen, in schlechte und negative Gedanken zu verfallen, ja sogar Anzeichen einer Depression zu entwickeln.

Negative Gefühle rücken in den Vordergrund, blockieren unser Wohlbefinden und verzerren die Wahrnehmung unserer Realität. Es scheint nichts mehr Positives zu geben, alles läuft schief und andere machen sowieso alles besser. Man wertet sich selbst ab und verfällt in eine nicht enden wollende Abwärtsspirale aus Selbstvorwürfen, Selbstzweifeln und eigener Abwertung.

Das ist nichts Verwerfliches und auch erklärbar – es liegt in unserer Natur, denn wir Menschen sind defizitorientierte Wesen. Das ist evolutionär bedingt und hat sich als beste Überlebensstrategie so durchgesetzt.

Risikofreudige, sorglose Optimisten wurden, bevor wir in Häuser zogen, schon von Säbelzahntigern und Höhlenbären ausgerottet und übrig geblieben sind unsere vorsichtigen, auf potentielle Gefahren sensibel reagierende Vorfahren.

Defizitorientierte Wesen

In der heutigen Zeit steht uns diese Eigenschaft aber sehr oft im Weg und treibt oft seltsame Blüten. Man nehme nur den zügellosen Einkauf von Toilettenpapier der letzten Tage und Wochen. Es bestand nie ein Mangel daran – trotzdem kauften viele Menschen astronomische Mengen davon – und sei ganz ehrlich auch wenn du nicht zur dieser Gruppe von Toilettenpapiersammlern gezählt hast, so beschlich dich beim Anblick von den leeren Regalen doch ein ungutes Gefühl: „…Es könnte ja vielleicht doch keines mehr geben. Vielleicht übersehe ich ja irgendwas…“

Diese Art von Denken ermöglichte unser Überleben, es war und ist auch weiterhin wichtig, um zum Beispiel aus Fehlern und negativen Erfahrungen zu Lernen.  Aber in Zeiten von Isolation und Ausgangsbeschränkungen trägt es nicht unbedingt zu unserem Wohlbefinden bei.

In der „Positiven Psychologie“ gibt es kleine aber hilfreiche Interventionen die dich aus dieser negativen Denkweise herausholen können und es dir ermöglichen den Fokus vom Negativen weg, ein wenig hin zu Positivem, Gelungenem, Erfreulichem oder Angenehmen zu lenken.

Eine Übung

Eine Übung, die sehr dabei hilft dem Negativen weniger Beachtung zu schenken, ist das Glückstagebuch oder auch die „Three Blessings“ genannt. Dies wird am besten jeden Tag vor Schlafen gehen durchgeführt, dauert nicht lange, hat aber regelmäßig praktiziert eine großartige Wirkung:

Rufen dir ganz bewusst drei Situationen des vergangenen Tages in Erinnerung, in denen dir etwas Positives „passiert“ oder einfach etwas gut gelungen ist. Das kann ein gutes Essen sein, eine nette Unterhaltung mit deinem Partner, deinen Kindern oder ein Anruf eines alten Freundes von dem du schon längere Zeit nichts mehr gehört hast. Es können auch Eindrücke sein wie der Genuss einer guten Tasse Kaffee oder – etwas gesünder – Tee, ein tolles Lied im Radio usw. Es bleibt ganz dir überlassen, es ist dein ganz persönlicher Moment.

Schreibe dir diese Momente – wenn möglich täglich – in dein Glückstagebuch und blättere es durch, wenn es dir nicht so gut geht oder wieder einmal alles schlecht zu laufen scheint. Du wirst sehen, wie hilfreich das sein kann.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Mag. Manfred Ortner

Vogelgesang am Morgen, Schneeglöckchen strecken ihre Blüten in die Sonne – der Frühling ist da! Die Kinderseite des Bundesamts für Naturschutz (BfN) lädt Kinder dazu ein, gemeinsam mit Hamster Konstantin NaturdetektivIn zu werden und die Fälle der Woche zu lösen.

Für Desktop und Tablet geeignet. Ab 6 Jahren.
Bildquelle: Screenshot „Naturdetektive“

https://naturdetektive.bfn.de

 

Was geschah an Karfreitag? Warum ziehen Muslim*innen in der Moschee die Schuhe aus? Und warum feiern die jüdischen Nachbar*innen kein Weihnachtsfest? Auf diesen Seiten gibt’s viel über Religionen auf der ganzen Welt zu entdecken.

Für Desktop, Tablet und Smartphone geeignet. Ab 6 Jahren.
Bildquelle: Screenshot „Religionen entdecken“

https://www.religionen-entdecken.de

 

Bevor ich euch das erkläre, mein abgekürztes Beispiel dazu:

„Noch während meiner Polizei-Dienstzeit hat ein Detektiv ein 12jähriges Mädchen bei einem Diebstahl von Stöckelschuhen ertappt. Jetzt sitzt das Mädchen bei uns auf der Dienststelle und wir warten bis die Mama kommt. Das Verhalten des Mädchens ist bedrückt, beschämt und ängstlich; was werden die Eltern denn sagen.

Die Mama kommt, ist sehr aufgeregt, weil wie sie sagt: „Jetzt haben wir eine Kriminelle in unserer Familie!“. Ich biete der Mama ein „Redestabritual“ an, weil ich sehe, die Familie ist angesehen und finanziell gut gestellt und es dürfte andere Gründe für den Diebstahlsversuch geben.

Drei Tage später – es ist Abend – sitzen die Eltern und das Mädchen bei mir im Büro, ich erkläre ihnen das Redestabritual – d.h. eine(r) redet und die anderen hören zu – und übergebe einen Bambusstab, den ich mir besorgt habe, dem Mädchen. Immer wieder von weinen durchbrochen, erzählt es rund eine dreiviertel Stunde lang, wie es ihr geht, was ihr fehlt und vieles mehr. Dann übergibt sie den „Redestab“ der Mutter, die ihrerseits etwa eine halbe Stunde, teilweise auch unter Tränen erzählt, was ihr, was der Familie eigentlich fehlt. Zum Schluss kommt der Vater, dem ebenfalls Tränen über die Wangen rinnen, dran und er sagt nur: „Hr. Ebenschweiger, in diesen eineinhalb Stunden habe ich mehr über meine Familie erfahren, als die letzten fünfzehn Jahre. Wir werden ab jetzt regelmäßig ein „Redestabritual“ durchführen, damit wir uns alle drei über unsere Gefühle, unsere Wünsche, unsere Träume auf Augenhöhe austauschen können.“

Das Redestabritual hat Alexander Trost, 2008 | 09 – ein Pädagoge der Schillerschule in Deutschland – aufgegriffen; und ich bin ihm zutiefst dankbar, selbst daran teilnehmen zu dürfen.

Das Redestabritual ist grundsätzlich ein Weg zu einem besseren Sozialverhalten, eine Rezept für die Beziehungspflege und es ist dann ganz einfach, wenn man tatsächlich bereit ist, sich auf die Gefühle anderer einzulassen, aktiv zuzuhören und für eine gemeinsame Zukunft zu reflektieren!

Probiere es einfach aus und sei geduldig; es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Günther Ebenschweiger